Jazz is finnish

Klaviertrio und Skandinavien: klar, denkt man, wieder mal der schwedische Überflieger Esbjörn Svensson. Nein.
Falsch. Denn zweifelsohne macht EST seine Sache gut, wenn da nicht noch ein weiteres Licht im Norden wäre:
es heißt Iiro Rantala. Rantala macht Klaviermusik, Spezialgebiet Jazz, und bildet das Rückgrat des Trio Töykeät. Er jagt über die schwarzen und weißen Tasten, gebremst (oder angespornt) wird er nur durch die Bandkollegen Eerik Siikasaari am Bass und Rami Eskelinen (Schlagzeug).
Trotz Tempo und vielen Überraschungseffekten kommt das komödiantische Talent des Pianisten nie zu kurz (Konzertbesuch dringend empfohlen).
Zwar wird das Trio Töykeät immer wieder als bedeutendster Jazzexport Finnlands bezeichnet, doch davon hat man hier noch wenig mitbekommen, der Jazzmetzger leistet jedenfalls seinen bescheidenen Beitrag.
Mit „Wake“ ist das mittlerweile sechste Album der Finnen erschienen, die dreisten Drei treiben seit 1988 ihr Unwesen.
Die Volljährigkeit kann man den Finnen aber noch nicht attestieren.
Denn glücklicherweise haben sie sich nach wie vor eine jungendliche Unbefangenheit erhalten, sie lassen Jazz mit Walzer, Volksmusik mit Tango oder Latin mit Mozart kollidieren.
Das Trio hat mit „Wake“ eine CD vorgelegt, die auch morgens um sieben bei Nebel im Eurocity 115 von Dortmund nach Klagenfurt funktioniert.

2 Responses to “Jazz is finnish”

  1. Chrisfried Says:

    Ja, das ist bester Stoff. Kannte ich noch nicht. Klingt so gar nicht amerikanisch, sondern man hört da Nordeuropa und eine gute Portion Humor raus. Vielen Dank für den Tipp!

  2. kosmar Says:

    quasi EST vs. gotan project ? gleich mal reinhörn …

Leave a Reply