Archive for the 'Frischware' Category

Easy November

Tuesday, January 15th, 2008

Tausendsassa? Ja: Schauspieler, Mime, Komponist und vor allem: Musiker, genauer: Multinstrumentalist. Sein Name: Tobi Hofmann. Und ein Mann der Gegensätze, was seine beiden letzten Alben beweisen: Einerseits eine tiefgrau-verschwommene CD mit Regentropfen, die auch noch “November” heißt,man möchte sie man am liebsten im Regal ganz nach hinten stellen. Und stattdessen “Easy” hören - Hofmanns zweiter Neuling. Der Name ist Programm: Neuarrangements von Rock- und Jazznimmern, dargeboten im Quintett mit Alleinunterhalterorgel. Doch was “Easy” an Tiefe fehlt, macht “November” spielend durch atmosphäre und reduziert-raffinierte Sounds wett. Ein ideales Zweiergespann, das einen je nach Gemütslage gut durch den Tag bringt.


IndieJazz

Tuesday, January 15th, 2008

Was es nicht alles gibt: Schokolade für Vögel, Sicherheitsgurte für Hunde und Pillen gegen Doofheit - das behauptet zumindest der Barde Fanny van Dannen. Und seit letztem Jahr gibt es sogar eine CD mit Jazz und Indie: Indiejazz. Auf die Idee kann man kommen, außer dem Quintett um den Trompeter Martin Auer hat dies aber meines Wissens noch kaum einer in kompletter CD-Länge geschafft.  

MAQ - Indiejazz 
Ideengeber für Auer war “OK Computer” von Radiohead, seit dem ersten Hören war klar, aus dieser und ähnlicher Musik muss man als Jazzer unbedingt was machen. Wer jetzt an eine der vielen “Rock & Pop Swings”-Scheiben denkt: weit gefehlt. Auer und seine Mannen haben die Feder selbst gespitzt und geschrieben. Und auch wenn das Dreckige des Indie manchmal zu kurz kommt, ist Indiejazz ein gelungener innovativer Versuch, die vier Buchstaben J-A-Z-Z neu zu buchstabieren. Die CD hätte mir eigentlich schon früher auffallen müssen: Berglandschaft und grasgrüner Himmel mit augenzwinkerndem Hirschgeweih.

Reif fürs Museum

Monday, September 3rd, 2007

jetzt ist es soweit: die Popmusik geht ins Museum. Und das aus gutem Grund, denn im Rahmen von Pop am Rhein wird zeigen die Städte Köln und Düsseldorf, dass sie sich eigentlich ganz lieb haben. In Ausstellungen im Heine Institut (ab 16.09.) und im Kölnischen Stadtmuseum (ab 12.12.) wird multimedial auf über 40 Jahre Popmusik zurückgeblickt.

Warum gerade jetzt?

Enno Stahl (einer der beiden Programmmacher) sagt: „Popkultur ist schnelllebig, alltäglich. Und gerade in einer Zeit der digitalen Datenverarbeitung ist das was gestern, also vor einem Jahr war, im Grunde schon nicht mehr vorhanden. Künstlergruppen sind unheimlich kurzlebig, deswegen muss man auch aus Sicht eines Archives sehr viel früher an die Phänomene rangehen.“

Parallel zu den Ausstellungen gibt es ein Rahmenprogramm mit reichlich Konzerten, Lesungen und Filmen.


c/o

Friday, August 17th, 2007

Wenn in Köln die roten Fahnen mit der schlichten Aufschrift POP wehen, ist eines klar: die musikalisch nahezu irrelevanten Monate Juli und August nähern sich dem Ende und die neue Saison beginnt. Die C/O Pop hat zum vierten Mal ihre Pforten geöffnet und zeigt mehr denn je Flagge.

c/o pop

Denn was eine Veranstaltung braucht, die im Untertitel zwar festival, aber ebenso affair & conference trägt, sind nicht nur Clubs und Gigs, sondern Substanz. Und genau das hat man erkannt, bietet dem geneigten Besucher einen anspruchsvollen Mix aus Ausstellung, Konferenz, Vorträgen, Musikmesse, das Ganze am Samstag beim public day und freiem Eintritt. Noch im überschaubaren Rahmen und vielleicht auch etwas auf sich selbst gerichtet, aber das das hat ja auch was.


Berlin, Berlin: Popkomm 2006

Monday, September 18th, 2006

Nicht mehr lange, dann geht’s wieder los: Popkomm 2006.

Popkomm

Kongress, Shake Hands, blabla und natürlich Konzerte, auch Jazz. Quantität: geht so, Qualität im Vergleich zu den vergangenen Jahren: gar nicht schlecht. Schließlich schafft man in Berlin eh nicht mehr als ein, zwei Konzerte. Am Mittwoch ab in den Icon Club zu Jazzanova oder alternativ in den Kulturbahnhof Kreuzberg (KATO) zum European Soundclash mit Bands aus Luxemburg, Frankreich und Ungarn. Oder aber in die WABE zu Lyambiko & Co. Dort kann man gleich bleiben bis Donnerstag und sich die Finnish Jazz Night u.a. mit dem Iiro Rantala Trio (s.u.) und dem UMO Jazz Orchestra anhören. Freitag: Day Off, aber es gibt ja auch noch andere Musik.

Motorcity

Sunday, April 2nd, 2006

Autos & Frauen: klar. Autos & Musik: geht auch. Leider nicht hier, aber drüben, in Amerika.
Detroit, Motorcity. Motown usw., der Rest ist Geschichte. Jüngstes Kapitel: Jazz Jamaica: Motorcity Soul

 
 Jazz Jamaica

Das Neue daran: Reggae, Jazz & Soul funktionieren ab sofort zusammen, schließlich sindse alle drei maximal tanzbar. Bassmann Gary Crosby und seine Blaskapelle Jazz Jamaica machens möglich. 


drüber reden

Saturday, February 11th, 2006

Wenn in diesem Frühjahr von der Jazzmesse geredet wird, ist nicht eine Komposition von Wynton Marsalis oder sonst jemandem gemeint. Die Jazzmesse ist leibhaftig, man hat sie zwar noch nicht gesehen, kann aber: vom 23.-26. März in Bremen, der zugegebenermaßen heimlichen Hauptstadt des Jazz.  

jazzahead

Und wer hät’s gedacht: die Veranstalter versprechen Jazz von A bis Z. starttalkingjazz ist das Motto, und hoffentlich wird dabei nicht zu viel geredet, sondern auch was gehört. Das Programm klingt vielfältig und lässt hoffen: Konferenz, Festival, Symposium, Ausstellung. Nicht schlecht für den Anfang.


Jazz is finnish

Friday, January 13th, 2006

Klaviertrio und Skandinavien: klar, denkt man, wieder mal der schwedische Überflieger Esbjörn Svensson. Nein.
Falsch. Denn zweifelsohne macht EST seine Sache gut, wenn da nicht noch ein weiteres Licht im Norden wäre:
es heißt Iiro Rantala. Rantala macht Klaviermusik, Spezialgebiet Jazz, und bildet das Rückgrat des Trio Töykeät. Er jagt über die schwarzen und weißen Tasten, gebremst (oder angespornt) wird er nur durch die Bandkollegen Eerik Siikasaari am Bass und Rami Eskelinen (Schlagzeug).
Trotz Tempo und vielen Überraschungseffekten kommt das komödiantische Talent des Pianisten nie zu kurz (Konzertbesuch dringend empfohlen). (more…)