Archive for the 'Alte Schinken' Category

IndieJazz

Tuesday, January 15th, 2008

Was es nicht alles gibt: Schokolade für Vögel, Sicherheitsgurte für Hunde und Pillen gegen Doofheit - das behauptet zumindest der Barde Fanny van Dannen. Und seit letztem Jahr gibt es sogar eine CD mit Jazz und Indie: Indiejazz. Auf die Idee kann man kommen, außer dem Quintett um den Trompeter Martin Auer hat dies aber meines Wissens noch kaum einer in kompletter CD-Länge geschafft.  

MAQ - Indiejazz 
Ideengeber für Auer war “OK Computer” von Radiohead, seit dem ersten Hören war klar, aus dieser und ähnlicher Musik muss man als Jazzer unbedingt was machen. Wer jetzt an eine der vielen “Rock & Pop Swings”-Scheiben denkt: weit gefehlt. Auer und seine Mannen haben die Feder selbst gespitzt und geschrieben. Und auch wenn das Dreckige des Indie manchmal zu kurz kommt, ist Indiejazz ein gelungener innovativer Versuch, die vier Buchstaben J-A-Z-Z neu zu buchstabieren. Die CD hätte mir eigentlich schon früher auffallen müssen: Berglandschaft und grasgrüner Himmel mit augenzwinkerndem Hirschgeweih.

Summerjazz

Monday, September 18th, 2006

Ob wir wollen oder nicht, der Sommer verabschiedet sich, Zeit für kurzes ein Resumee: Sommer 2006, das war WM, klar. In Köln und anderswo als das Ereignis mit allem drum und dran angekündigt, auch Kultur- also Musikprogramm. Im Vorfeld war ich erfreut und gespannt, schnell wurde klar, Schnaps ist Schnaps und Sport ist Sport, also nix mit tollen Open Air-Konzerten. Fast einzige Ausnahme: Lalo Schifrin und

Dee Dee Bridgewater    Dee Dee Bridgewater

auf dem Roncalliplatz.   Vor allem Letztere überzeugte durch eine unschlagbare Bühnenpräsenz und eine spontane und den klimatischen Umständen angepassten Improvisation über “Stormy Wheater”. Das war der Sommer, jetzt kommt der Herbst mit mächtig Festivals im Gepäck, im Rheinland werden nach und nach Viersen (September), Köln (Oktober) und Leverkusen (November) beschallt.  

We remember Horst

Sunday, January 29th, 2006

Horst Jankowski - den Namen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Er klingt bestenfalls nach Wäschereibesitzer oder Tanzmusiker im Glitzeranzug. Letzteres ist richtig, Jankowski, der am 30. Januar seinen 70. gefeiert hätte, war einer der größten unter ihnen. Der Meister der schwingenden Tanzkappellen begann als Pianist, hat Caterina Valente, Ella und Miles begleitet und hat das RIAS Tanzorchester lange geleitet. Nicht zuletzt komponierte er zu Jazz verwandelte Easy-Listening-Perlen wie „A walk in the black forest“. Und wer’s nicht glaubt, möge sich am besten durch Hören der CD „black forest explosion“ eines Besseren belehren lassen.